Ost-West-Spange in Sankt Augustin nimmt Gestalt an

HZI hat die technische Bearbeitung des Brückenbauwerks und der Verschubeinrichtung für den Ausbau der Ost-West-Spange in Sankt Augustin geleistet. Dazu möchten wir Ihnen einen Artikel aus der ePaper-Ausgabe des General-Anzeiger Bonn vom 21.10.2016 empfehlen:

Die Brü­cke rutscht an ih­ren Platz

Ost-West-Span­ge in Sankt Au­gus­tin nimmt Ge­stalt an. Bah­nen fah­ren ab Mon­tag wie­der

Von Han­nah Schmitt

Sankt Au­gus­tin. Die Be­we­gung ist auf den letz­ten Zen­ti­me­tern von Wei­tem kaum wahr­nehm­bar. Doch Stück­chen für Stück­chen schiebt sich die ton­nen­schwe­re Be­ton­brü­cke am Don­ners­tag in die gro­ße Lü­cke, die am Mor­gen noch im Gleis­bett der Stadt­bahn­li­nie 66 im Sankt Au­gust­iner Zen­trum klaff­te. Ge­gen 11 Uhr hat das Kern­stück der Ost-West-Span­ge sei­nen neu­en Platz er­reicht – nach rund drei Stun­den und ins­ge­samt 23 Me­tern Stre­cke.

„Es sieht zwar un­spek­ta­ku­lär aus, ist aber et­was Be­son­de­res“, sagt Horst Wild­ing von den Elek­tri­schen Bah­nen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Krei­ses GmbH (SSB), die im Auf­trag der Stadt Sankt Au­gus­tin Bau­herr des Pro­jekts sind. „Das ha­ben wir in Bonn im Jahr 2000 das letz­te Mal ge­macht. Die letz­ten 22 Zen­ti­me­ter dau­ern am längs­ten, da­mit die Brü­cke ge­nau da steht, wo sie ste­hen soll“, er­klärt er.

Der neue Tun­nel wird die er­ste kreu­zungs­freie Que­rung der Bahng­lei­se im Zen­trum. Er ver­bin­det künf­tig die B 56 (Bon­ner Stra­ße) mit dem Krei­sel am Tech­no­park an der Rat­haus­al­lee – und soll den Ver­kehr ent­zer­ren. Be­reits am Mon­tag ist der Start­schuss für den Ein­bau ge­fal­len: Ar­bei­ter ha­ben die Glei­se ent­fernt und Platz für das Bau­werk ge­schaf­fen, da­mit dem Ein­schub nichts im We­ge steht. Um die Brü­cke rich­tig zu po­si­tio­nie­ren, wer­de sie mit Hil­fe von Stahl­sei­len und 16 Pres­sen über zwei lan­ge Stahl­trä­ger ge­zo­gen, er­klärt Ti­na Lo­renz vom Fach­be­reich Tief­bau der Stadt Sankt Au­gus­tin am Don­ners­tag beim Ter­min an der Bau­stel­le. Ei­ne dün­ne Tef­lon­schicht und Öl las­sen das 1200 Ton­nen schwe­re Bau­werk über die Trä­ger glei­ten. 15 bis 20 Ar­bei­ter sind da­bei be­schäf­tigt. Be­ob­ach­tet wer­den sie im­mer wie­der von Zu­schau­ern, die sich das un­ge­wöhn­li­che Schau­spiel nicht ent­ge­hen las­sen. „Der Ein­schub ist ein gro­ßer Schritt, da­mit am Mon­tag die Bah­nen nach ei­ner Wo­che wie­der fah­ren kön­nen“, sagt Wild­ing. Der­zeit gilt zwi­schen Han­ge­lar-Ost und Sieg­burg ein Schie­nen­er­satz­ver­kehr. Laut Stadt­sprech­erin Eva Sto­cksie­fen läuft er gut, bei der Stadt ha­be es kei­ne Be­schwer­den ge­ge­ben.

Da­mit der Bahn­ver­kehr nur ei­ne Wo­che un­ter­bro­chen wer­den muss, hat­ten Bau­ar­bei­ter die Brü­cke zu­vor in­ner­halb von 13 Wo­chen ne­ben den Glei­sen auf­ge­baut. Sie ist ins­ge­samt 35 Me­ter lang, zwölf Me­ter tief und hat ei­ne Durch­fahrts­hö­he von 5,4 Me­tern. „Es will ja kei­ner ei­ne so lan­ge Sper­rung“, sagt Sto­cksie­fen.

Am kom­men­den Mon­tag wird die Stre­cke laut Wild­ing wie­der frei­ge­ge­ben. Bis da­hin müs­sen die Ar­bei­ter noch viel Er­de um­schich­ten und die neu­en Glei­se ver­le­gen, die we­ni­ge Me­ter wei­ter be­reit­lie­gen. Die er­ste Fahrt über das neue Bau­werk star­tet am Sonn­tag­abend: Ein Pro­be­zug über­prüft dann die La­ge der Schie­nen. Rund um den Tun­nel ge­hen die Ar­bei­ten eben­falls wei­ter. In der kom­men­den Wo­che wird die Stra­ße „Markt“ ab­ge­fräst, im No­vem­ber star­ten die Ar­bei­ten an der An­bin­dung zur Bon­ner Stra­ße. Laut Wild­ing liegt al­les im Zeit­plan. Sto­cksie­fen geht da­von aus, dass die Ost-West-Span­ge im Früh­som­mer 2017 fer­tig­ge­stellt ist.

Ge­star­tet sind die Ar­bei­ten im April – und da­mit deut­lich spä­ter als ge­plant. Ur­sprüng­lich woll­te die Po­li­tik, dass die Stra­ße mit Er­öff­nung des er­sten Hu­ma-Ab­schnitts vor ei­nem Jahr nutz­bar ist. Doch Ver­säum­nis­se beim Grund­er­werb und ei­ne lan­ge ju­ris­ti­sche Klä­rung ka­men da­zwi­schen. Die Kos­ten lie­gen bei 3,4 Mil­lio­nen Eu­ro. 60 Pro­zent trägt die Stadt, 40 über­nimmt Hu­ma-In­ves­tor Jost Hur­ler.

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